Berichte

PATD Cave 1 2008

Freitagabend, ging’s los - Marcus, Marcus und Katrin – mit dem Auto Richtung Frankreich. 1500 km und das Auto vollgestopft mit Tauchgerödel: 3 Doppelgeräte, 9 Stages, Trockis und uns. Ralph Wilhelm und Jasmine vorne weg, immer auf der Suche nach dem nächsten Geschwindigkeitsrekord und der optimalen Lage in der Steilkurve. Nach literweise Red Bull und einem kurzen Stopp, kamen wir um 7 Uhr morgens in der Gayfié an. Der Kurs sollte gegen 18 Uhr beginnen, d. h. genügend Zeit für Beschlagnahme der Hütten, einem kleinen Nickerchen, Großeinkauf im örtlichen Supermarché, Checken von Wasserstand und Tauchbarkeit der ersten Höhlen und gegenseitigem „beschnuppern“. Bereits vor Ort waren Angie und ihr Freund Holger. Später stieß noch Sepp Bunk zu uns, der den Kurs gemeinsam mit Ralph durchführen würde.

Samstagabend lästiger Papierkrieg und erste Theorie, Sonntag dann endlich unser erster Höhlentauchgang!
Die "Trou Madame" war am Vortag für gut befunden worden. Das bedeutete: Kraxeln. Der Quelltopf liegt in einem Wäldchen, an einem schmalen Trampelpfad, der zum Ende hin an einer kleinen Felswand endet. Leine wurde verlegt und zunächst der ganze Kram geschultert und zum Einstieg transportiert. Marcus und Marcus als Buddyteam, Katrin für die Drills mit Sepp. Zunächst kleiner Checkdive ca. 40 m in die Höhle. Wie ist das Gefühl, alles okay? Supergeil! Da der Quelltopf der Trou Madame sehr klein und flach ist, gleich wieder zurück in die Höhle und ca. 30 m rein. Dann erst mal die ersten Drills: Bubblecheck, S-Drill, Light Drill und Valve Drill. Dann noch bis zur 100 m-Marke.
Manöverkritik nach den Tauchgang: Achtet auf die Leine, eure Lampenführung und euere Tauchpartner! Nach kurzer Pause wieder zurück in das wärmende Wasser. Dann Maske ab und Backup-Maske aufsetzen, Backup wieder runter und 50 m in die Höhle rein. Maske wieder auf und weiter. Zur Hälfte des Tauchgangs, bei mir, leider großer Wassereinbruch an den Beinen. Trocki voll gelaufen, aber zum Glück angenehme 13 Grad. Am Abend Theorie und Trockenübungen mit dem Reel im Wäldchen.

Nächster Tag, nächster Tauchgang, wieder Trou Madame. Deutlich zu sehen, das durch das trockene Wetter, der Wasserstand gesunken ist. In einigen Tagen wird Tauchen in dieser Höhle sehr beschwerlich werden!
Erster Tauchgang: Tie-off mit Reel an Oberfläche und Verlegung der Leine bis zur 0 m-Markierung (ca. 30m in der Höhle gelegen). Wraps, placements und die korrekte Ausleuchtung durch den Buddy. Markierung mit Linemarkern. Dann 50 m tauchen an der Leine mit eingehängter Lampe, dann 50 m mit geschlossenen Augen und zum Schluss ohne Maske. Leider wieder nass. Zweiter Tauchgang: in den nassen Trocki. Brrrrr. Erneutes Verlegen der Leine und Drills, anschliessend tauchen mit alternativer Luftversorgung. Auf dem Rückweg „touch contact“ zu dritt. Schön ist was anderes! Alle Meter stoppen zum Verifizieren von Knotenpunkten, ziehen, schieben und quetschen. Na das Üben wir noch mal!
Der Abend wurde wieder mit Theorie, gemeinsamem Essen und diesmal heldenhaftem Flicken meines Anzuges verbracht. Ist das bis morgen wirklich trocken Sepp?

Tag 3: "Landenouse". Die Höhle liegt direkt an der Strasse. Der Quelltopf ist ein Schacht, der über eine gelbe Leiter bzw. bei gutem Wasserstand durch einen Sprung ins Wasser erreichbar ist. Drills diesmal im Quelltopf vor dem Höhleneingang. Der Eingang führt schräg abfallend unter der Straße durch. Schöne große Räume, schroffe Felsen, teilweise Lehm an Boden und Wänden. Die Leine oft weit vom Boden weg, teils quer durch den Raum verlegt, Befestigungen teils mit Snoopy Loops, teils mit Elektrodraht, ist halt Frankreich! Auf dem Rückweg Lampenausfall und Bubbles am Doppelpack. Kein Problem!
Die Doppelpacks und Stages blieben im Topf, wir zur Pause raus auf die Strasse. Herrliches Wetter. Ein Tag vor Heiligabend im T-Shirt? Das Leben könnte schlechter sein! Zweiter Tauchgang „touch contact“ in die Höhle und zurück. Wechsel in alle Positionen: vorne, mitte und hinten. Immer noch nervig, aber diesmal schon viel koordinierter. Zum Glück auch viel weniger Knoten.

Tag 4: Heiligabend. "Emergeance de Ressel".
Die Höhle liegt im Fluss (Céle). 50 m flosseln zum Eingang gegen leichte Strömung. Am Eingang recht starker Sog, leider aus der Höhle raus. Tauchen bis zum Seitenarm, auf dem Rückweg „touch contact ohne Maske“. Anschließend die verschiedenen Flossentechniken: ceiling walk ist cool! Dann „out of air“: 15 m mit einem Atemzug sowie 15 m mit einem halben Atemzug. Zum zweiten Tauchgang in den Seitengang bis ca. 330 m getaucht Auf dem Rückweg „touch contact ohne Maske am longhose“. Probleme mit der Tarierung…im 3er-Team SEHR UNANGENEHM! Wo ist der Schlauch? Wo wollen die Füße hin?! Zur Decke! Aaargh! 2x zwangsweise die Position gewechselt, dabei Marcus M. den Regler aus dem Mund gezogen. Buddy „tot“, zum Glück üben wir ja nur.

Letzter Kurstag. 9. Tauchgang.
Erneuter Versuch mit der Ressel! Diesmal viel besser. Da wir doch recht viel aus dem Rückengerät geatmet hatten, diesmal nur ein Tauchgang. Jetzt nur noch die Abschlussprüfung und es ist vollbracht!

Zum Abschluss dann am nächsten Tag noch einmal die Ressel: diesmal mit 2 Stages, eine Tx 21/35, bis zur ersten Halle (400 m). Wir sind ja alle Trimix zertifiziert. 45 m, dank 5 Lampen und zusätzlichem Blitzsklaven ein grandioser Eindruck! Krönender Ausklang eines erlebnisreichen Kurses oder der Beginn von etwas großem Neuen? Nächstes Jahr Full Cave?

Im Anschluss an den Kurs noch ein paar entspannte Tage. Einfach noch mal Tauchen, was wir im Kurs gelernt haben und jede Menge Spaß.
Danke für das Scooter-Schnuppern und die Einführung ins Klettern Sepp!

Katrin

Hier einige Fotos vom Abschlußtauchgang